Wie kann ich meinen Neuanfang im Leben alltagstauglich gestalten?

Das Problem beim Neuanfang: Stress + Angst

Um es mit den Worten einer ZuschauerIn auf dem Physiast-YouTube-Kanal auszudrücken: Veränderungen können Angst machen. Das kennst du sicher! Es fällt so unendlich schwer, zum Beispiel in einem Job, den man nur noch wegen des Geldes halbherzig macht, sich selber die Ernsthaftigkeit großer Verwandlungsprozesse abzunehmen. Ein „Vielleicht“ respektive einem „Nein“ (siehe Video „Neuanfang im Leben | Wie neu anfangen?„) zu dem Job hätte so massive Konsequenzen, dass es oft einfacher ist, sich das „Vielleicht“ zu einem „Ja“ zurechtzubiegen. Das kann Stress verursachen. Hier ein kleines Rezept, wie der Schock stark abgedämpft wird und du deine Angst ohne (vorerst) etwas ändern zu müssen, überwinden kannst:

Um so länger das Leben …

Die gerade beschriebene Gefühlslage (Angst, zusätzlicher Stress, noch mehr „zu müssen“) ist nachvollziehbar und wahrscheinlich typisch für Menschen, die zum Beispiel Verantwortung für Kinder tragen und/oder sich viele Jahre lang ein Leben aufgebaut haben, dass ein gewisses finanzielles Polster voraussetzt (was nur gesichert bleibt, wenn man den ungeliebten Job weiter durchzieht).

Menschen, die am Anfang ihrer Berufslaufbahn- oder allein für sich verantwortlich sind, sind naturgemäß flexibler und haben es normalerweise einfacher in ihrem Leben, eine andere Richtung einzuschlagen.

Das Rezept ist ähnlich

Trotzdem können meine Vorschläge (siehe Video „Neuanfang im Leben | Wie neu anfangen?“) auch für dich nützlich sein, um eine Veränderung in Gang zu bringen, du solltest dir aber nicht zu viel Druck machen und dir dafür mehr Zeit gönnen! Selbst wenn du feststellst, „Nein!“ Ich will diesen Job nicht mehr (weil es vorher ein „Vielleicht“ war), sollte diese Feststellung nicht zu einem weiteren „muss“ in deinem Leben werden („Ich muss jetzt meinen Job kündigen!“). Ich denke, du solltest warten oder darauf hinarbeiten, bis es ein „Ich will …“ wird. Was heißt das nun konkret für dein Neuanfang?

Wie gelingt der Neuanfang im Leben alltagstauglicher, mit weniger Angst und weniger Stress?

Es könnte zum Beispiel hilfreich sein, wenn du dir sagst: „Ich mache jetzt noch ein Jahr den Job, denke aber in dieser Zeit intensiv über Alternativen nach.“ In dieser Zeit solltest du dir alles aufschreiben, was du aus deiner Sicht verlieren würdest und eine zweite Liste anlegen, in der du festhältst, was du durch die Job-Kündigung gewinnen würdest und wie dein Leben ohne den Job aussehen könnte.

Zwei Seiten einer Medaille

Auf der „Verlust“-Seite (die gegen den Neubeginn spricht) steht vielleicht:

  • keine großen Reisen mehr
  • Wohnung zu teuer
  • nicht mehr (so oft) essen gehen
  • nur noch selten neue Klamotten kaufen
  • Kinder können keine Zuschüsse für Ausbildung bekommen
  • Was denken die Nachbarn/Bekannten/Freunde?
  • Keine Verträge im Fitnessstudio usw. mehr möglich
  • Auto zu teuer
  • usw.

Auf der „Gewinn“-Seite (die für den Neuanfang spricht) steht vielleicht:

  • mehr Lebensfreude, viel weniger Stress,
  • zusätzliche Zeit für Familie, Freunde
  • viel mehr Zeit für Hobbys,
  • mehr Zeit sich gesund zu bewegen
  • weitere Zeit sich gesund zu ernähren
  • Mut, sich neuen Job zu suchen
  • usw.

Sind die Verluste beim Neuanfang auch Verluste fürs Leben?

Die „Verlust“-Seite sollte man sich noch mal im Hinblick auf Alternativen kritisch ansehen. Zum Beispiel:

  • Ist es vielleicht schön, für Familie/Freunde zu kochen, statt essen zu gehen oder teure Fertig-Gerichte zu kaufen?
  • Könnten die Kinder nicht eigentlich BAföG beantragen?
  • Brauche ich so viel Kleidung? Was trage ich gern, und was liegt nur rum? Was kaufe ich vielleicht sogar nur, um andere unerfüllte Wünsche zu kompensieren?
  • Welche Möglichkeiten gibt es, für kein oder sehr wenig Geld Sport zu machen?
  • Brauche ich das Auto wirklich, oder könnte ich es mir auch mit jemanden teilen? Falls ich damit nicht täglich zur Arbeit fahre, ist es vielleicht sogar günstiger, das Auto zu verkaufen und mir bei Bedarf ein Auto zu mieten, statt die teure Versicherung monatlich bezahlen zu müssen?
  • Welche Jobs könnte ich mit meiner Ausbildung machen, die mich zufriedener machen, auch wenn sie weniger Geld bringen?
  • usw.

Wichtig ist, diese Dinge aufzuschreiben und zu sammeln. Dabei siehst du (die deinen Neuanfang und Alltag betreffenden) Faktoren immer klarer und die Angst wird immer weniger oder verschwindet sogar, weil du vielleicht zu dem Ergebnis kommst:

„Ja! Ich will in meinem alten Job bleiben, weil …, aber ich arbeite daran, meine Situation dort zu verbessern, indem ich …“

Oder du sagst:

„Nein! Ich will den Job nicht mehr! Ich will den Neuanfang unbedingt, weil … Und ich denke, dass ich mit den Konsequenzen gut zurechtkomme, weil …“

Es könnte also sein, dass der alte Job den „Schrecken“ verliert, alleine, weil dir bewusst wird, dass du eigentlich nicht zwingend auf ihn angewiesen bist, dass du eine Wahl hast, du ihn nicht machen musst.

Oder du entscheidest dich, dass ein „entrümpeltes“ vielleicht bescheideneres, einfacheres Leben besser zu dir passt und dich zufriedener macht und du kündigst deinen Job.

Mein Haus ist abgebrannt – jetzt kann ich den Mond sehen.

Jeder Neuanfang im Leben ist eine Herausforderung – doch jeder Neuanfang öffnet Türen zu den Schönheiten des Lebens.

Wichtig ist, dass du (auf die oben beschriebene Art – völlig risikofrei, weil nur in Gedanken) ein immer stärkeres Gefühl dafür bekommst, dass die Schönheit nach dem Neuanfang und die Neugier auf das, was noch sein könnte, die Entbehrungen überwiegt. Wenn dieses Gefühl stark genug ist, dann wirst du es wissen und dann bist du bereit, deine Gedanken in Handlungen zu verwandeln.

Dann wird es aufregend, manchmal schmerzhaft, aber vor allem wunderschön und befreiend für dich sein. So, wie das Leben selbst.

Du möchtest bei deinem Neuanfang gern unterstützt werden? Dann schau mal HIER.

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