Was du unbedingt VOR einer Ernährungsumstellung beachten musst

Pauls Ernährungsumstellung

Paul sitzt vor einem riesigen Buffet. Es ist das größte Buffet, was er je gesehen hat. Es gibt feinstes Gebäck, Suppen, Cremes, Salziges, Süßes, Saures, Obst, Gemüse in den verschiedensten Zubereitungen und alles aus erlesenen Zutaten exzellenter Qualität.

Die Speisen sind verheißungsvoll. Sein Magen knurrt sanft. Er geht auf den mit Chili und Knoblauch-Öl angemachten Feta zu – der Duft ist fantastisch, das Wasser läuft ihm im Mund zusammen.

Er greift nach dem Besteck, um sich aufzutun, spürt schon mit dem Löffel die cremig-feste Konsistenz der Käse-Zubereitung, da räuspert sich jemand hinter ihm. Herausgerissen aus seinem kulinarischen Traum dreht er sich um und schaut in die vorwurfsvoll blickenden Augen seiner Freundin.

„Was soll das werden?“ fragt sie.

„Ich wollte mir gerade von …“

„Ich weiß! Das ist es ja!“ unterbricht sie ihn. „Im Feta ist Laktose enthalten und er schwimmt in Öl! Du weißt, dass das nicht gut für dich ist. Finger weg!“

Es ist der Moment, in dem Pauls kulinarischer Traum endgültig platzt. Er fühlt sich plötzlich schuldig. Fast hätte er was Falsches gegessen. Seit der Ernährungsumstellung will er weniger Fett essen und ohne Milchprodukte auskommen.

Micro-Regeln

So oder so ähnlich kennen es die meisten. Nicht immer ist es der Partner, sondern oft auch Freunde, Influencer, Ernährungsberater oder Gesundheits-Coaches, die meinen, dir mit ihren Ratschlägen (nicht nur nach beim Thema Ernährungsumstellung) etwas Gutes zu tun.

  • „5 Lebensmittel, die du nicht essen solltest!“
  • „Dieser neue Shake enthält alles, was du für einen gesunden Start in den Tag brauchst!“
  • „Mit dieser Diät wirst du 100 Jahre alt“

Das sind typische Überschriften von Artikeln, die gelesen werden und deren Inhalt (Micro-Regeln) dann an Partner, Freunde oder (hoffentlich nicht!) Kunden weitergegeben werden. Leider machen die Überbringer dieser Micro-Ratschläge es oft nicht besser, sondern schlimmer.

Micro-Regeln sind kleine Regeln, die sehr spezifisches Wissen („Blaubeeren sind gut für den Darm“) enthalten, was meist nur in einer spezifischen Situation anwendbar ist, ungerechtfertigt verallgemeinert und oft überhaupt nicht funktioniert, weil der Kontext/das Timing/die Dosierung nicht stimmt.

Die bessere Alternative sind grundsätzlich geltende Prinzipien, die du auf viele Situationen übertragen kannst, sowie echte Fähigkeiten. Mehr dazu findest du hier: „Hör auf mit den Details, denke selbst – in Grundprinzipien!“

Steckst du erst tief drin in der Welt der Micro-Regeln, kann sich das im Extremfall zu Überforderung/ Verzweiflung bei gleichzeitigem Verlust von Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit hochschaukeln. So auch bei Laura*.

Lerne aus Extremen: Laura

Laura hat oft Hunger. Sie steht vor dem Kühlschrank, kann den Hunger aber nicht befriedigen, weil sie nichts findet, was sie noch verträgt.

Beim Arzt war sie schon oft. Gestellte Diagnosen sind Reizdarm/Reizmagen. Seit Jahren geht es trotz diverser Therapien, Bakterieneinnahme, Entspannung, Meditation… bergab.

Laura erkennt selbst: „Es scheint der klassische Fall – je mehr man weglässt (weil es einem nicht mehr bekommt), desto weniger verträgt man und der Darm erlahmt immer mehr.“

Laura berichtet von zwei Problemen:

„Mein Darm ist inzwischen so desolat, dass er auch mit eigentlich wichtigen und notwendigen Produkten/Medikamenten/Präparaten wie z.B. Pro-bzw. Präbiotika oder Enzymen nicht mehr klar kommt – ich kann nur kleine Mengen davon nehmen, die aber wenig Effekt haben.“

Und zweitens verträgt Laura trotz Schonkost und Nahrungsergänzung kaum noch Fett. Sie wiegt inzwischen nur noch 48 Kilo, obwohl sie deutlich über 170cm groß ist.

Für sie bedeutet das: „[…] ich bin aus jeder gesellschaftlichen Veranstaltung, die mit Essen zu tun hat, ‚raus‘ – oder ich gucke zu, wie die anderen essen.“

Laura versucht, nicht dauerhaft im Mangeldenken zu sein. Doch es fällt ihr sehr schwer und sie hat Angst, dass es nicht mehr besser wird.

Soweit muss es bei deiner Ernährungsumstellung (solltest du sie nach diesem Artikel noch machen wollen) nicht kommen! Deswegen jetzt:

Die Chancen & Learnings

In diesem Artikel geht es einerseits darum, dir zu mitzugeben, was du VOR jeder Ernährungsumstellung unbedingt beachten musst.

Aber es geht auch darum, dir zu zeigen, welche Chancen (selbst NACH einer oder mehreren Umstellungen in Situationen wie der von Laura) es noch gibt, um daraus auch für dein Leben etwas zu lernen.

Wir haben Laura gefragt, was eigentlich ihr Ziel ist – wo sie hinmöchte.

Die ersten Antworten sind typisch, wenn man Menschen, die unter körperlichen Problemen leiden fragt, was sie erreichen wollen:

Laura „[…] möchte wieder gesund sein und eine reichere Essensauswahl haben. […] Damit mein Körper wieder gut versorgt ist.“

„Das Thema nimmt mir viel zu viel Raum ein (sowohl im Kopf als auch im Leben)“

Learning #1 – Mangeldenken

Du merkst, dass Laura in ihren Wünschen noch darin gefangen ist, ihren Mangel „loszuwerden“ zu wollen. Dadurch fokussiert sie sich auf das, was falsch ist, statt auf das, was richtig ist und ihr emotional Freude bereiten würde.

Physiologisch gesehen ist jede Emotion ein hormonell-neuronaler Modus des Körpers. Fokussierst du dich auf Dinge, die du falsch findest, erzeugt das eine Form von Wut. Wut geht mit der Freisetzung einer erheblichen Menge an Stresshormonen einher.

Lass es mich sagen, wie es ist: Komm raus auf dem Fokus auf das, was falsch ist. Sonst killt dieser Stress auf Dauer deinen Darm. Egal, wie „gut“ du dich ernährst.

Und dieser Stress führt dazu, dass du weniger Sättigungshormone ausschüttest. Das ist wichtig zu wissen, bevor du dich in eine Ernährungsumstellung wirfst, um abzunehmen.

Chance #1 – „Schmerz“ den Horizont weiten lassen

Wie gerade gelernt, führt Mangeldenken zu mehr Problemen, als es hilft. Kommst du an einer Stelle im Leben nicht weiter, kannst du dich im Mangel daran kaputt arbeiten.

Oder du nutzt die Chance, dass dir jemand/etwas (im Fall von Laura ist es der Körper) sagt, dass es an dieser Stelle nicht weiter geht.

Es ist eine Felswand, vor der du stehst. Sie ist ein deutliches Signal, dass es nicht weiter geht. Umso öfter du gegen die Felswand läufst, umso mehr tut es weh.

Zu erkennen, dass der „Schmerz“/das Problem was man hat, daran liegt, dass man immer wieder gegen eine Felswand rennt, ist entscheidend.

Wie erkennt man das? Ganz einfach: Wann immer etwas in deinem Leben immer schlechter wird, obwohl du schon länger etwas dagegen tust, ist es eine Felswand.

Die Chance ist hier, all den Ärger, den man mit der Felswand hatte, beiseitezulassen. Niemand außer dir selbst, hindert dich daran, dich umzudrehen, einen anderen Weg einzuschlagen und die Freiheit zu genießen, den Mist endlich los zu sein.

Du willst zurück? Du hast das Problem immer noch? Ja, aber wenn du in deinem Leben nur eine Sache gelernt hast, dann doch, dass es nichts bringt, gegen die Felswand zu laufen! Genieße die Freiheit und nimm deine Energie für etwas Anderes! Wofür?

Für die wahren Ziele, Träume und Visionen

Ich fragte Laura, warum sie wieder „zur Normalität finden“ will.

„Ich will wieder frei entscheiden können, z.B. wo/wie ich Urlaub mache, wo ich hingehe…ohne das vom Essen abhängig zu machen.“

„Da es auch andere körperliche Probleme gibt […], möchte ich wieder fitter werden und evtl. wieder Dinge tun, die z.Zt. nicht gehen.“

Die Ziele, die noch immer auf das Loswerden von Lauras Mangel-Zustand fokussiert sind, zeigen nun auch Wünsche in Richtung „Urlaub machen“ und „Dinge tun, die z.Zt. nicht gehen“.

Diese Wünsche sind wichtig. Denn sie geben eine Orientierung, welche Wege um die Felswand herum zum Ziel führen. Ohne konkrete Ziele geht das kaum. Ohne ganz konkrete Ziele verläuft sich alles im Nebel des Alltags und wir kehren aus Verzweiflung und Gewohnheit zur Felswand zurück.

Die Wünsche und Ziele zu finden, die uns wirklich antreiben und zufrieden machen, kann ein sehr langer, aufwändiger Prozess sein.

Du kannst diesen Prozess stark beschleunigen, indem du dich von uns professionell darin unterstützen lässt. Mit innovativen Methoden finden wir nicht nur heraus, was du bewusst „wirklich willst“, sondern auch worauf dein Unterbewusstsein hinarbeitet, und beschleunigen deinen Findungs-Prozess von z.T. vielen Jahren auf wenige Monate, Wochen oder Tage.

Bei Laura könnten sich dabei z.B. Möglichkeiten finden, abseits vom Thema Essen echte Freude zu empfinden – auch ohne eine Ernährungsumstellung und immer mehr Verzicht. Die positiven hormonellen und neuronalen Effekte für Darm, Leistungsfähigkeit, Wohlbefinden und Körpergewicht gibt es als Bonus obendrauf.

Chance #2 – Vertraue auf Intelligenz

Zu dem Bild mit der Felswand hast du vielleicht gedacht: „Ja, eine Felswand ist ein deutliches Signal, dass es nicht weiter geht, aber bei einem körperlichen Problem ist das was ganz anderes!“

Nein. Ist es nicht.

Dein Körper ist nicht dumm. Er ist hochintelligent. Wir wären sicher nicht als Spitze der Nahrungskette aus der Evolution hervorgegangen, wäre er nicht intelligent.

Er gibt dir, wenn es ihm immer schlechter geht, ein unmissverständliches Signal, dass dein aktueller Weg der Falsche ist.

Die Chance besteh darin, den Körper endlich wieder als intelligenten, gleichwertigen Partner zu sehen, dem du vertrauen kannst. Du kannst dich auf ihn verlassen! Und das ist ein großartiges Gefühl. Dafür musst du nur noch eins verstehen:

Learning #2 – Dein Körper ist kein Lego-Baukasten

Dein Körper kann nur als intelligentes System für dich da sein, wenn du ihn auch als System (statt als eine Ansammlung von Einzelteilen) siehst.

Nur weil es deinem Darm schlecht geht, muss nicht der Darm die Ursache sein. Denn den Darm beeinflussen alle anderen Körpersysteme (das habe ich in diesem Video genauer erklärt)!

Atmung. Bewegung. Haltung. Stress. Sorgen. Gedanken. Emotionen.

All das gehört zusammen. Es funktioniert auch nur zusammen! Deswegen ist es so wichtig, das System zu verstehen und sich von Micro-Regeln (es sei denn sie sind aus ärztlicher Sicht notwendig) zu verabschieden. Wie es anders geht, findest du hier:

„Hör auf mit den Details, denke selbst – in Grundprinzipien!“

Unterm Strich – Ernährungsumstellung und die Alternative

Dir sollte klar sein, dass fast jede „Ernährungsumstellung“ auf einer Ansammlung von Micro-Regeln beruht. Auch jede Diät – sei es Low-Carb, Low-FODMAP, Paleo oder die selbst ausgedachte Ernährungsweise für den Darm – ist eine Ansammlung von Micro-Regeln. „Das darfst du: … Und das alles darfst du nicht: … Das ist gut: … Und das ist böse: …“.

Doch jeder (jeder!) Körper – und vor allem jedes Darm-Mikrobiom – ist anders. Wenn du sehr viel Glück hast, dann passt das Konzept, was du dir für deine Ernährungsumstellung als Vorbild nimmst, zufällig für dich. Die Wahrscheinlichkeit, dass du den gewünschten Effekt erzielst und dich gleichzeitig nicht anderweitig kaputt machst oder schwächst, ist verschwindend gering.

Was ist die Alternative?

Mit dem richtigen Wissen über grundlegende Prinzipien(!) & die Sprache des Körpers kannst du lernen, wie du unabhängig von Influencern, Coaches und Beratern in jedem einzelnen Moment erkennst, was dein Körper gerade braucht, um dir Leistungsfähigkeit, tiefes Wohlbefinden & Leichtigkeit zu ermöglichen und deinen Ambitionen Flügel zu verleihen.

Du befreist dich damit nicht nur von lästigen „Ich muss“-Regeln, sondern gewinnst auch Zeit für die wirklich wichtigen Dinge. Also für die Dinge, die dir Freude bereiten und deinem Leben Bedeutung geben.

Hier kannst du dich unverbindlich für wertvolle Impulse & Updates über unsere Online-Angebote zum Thema eintragen: https://physiast.de/anmeldung-impulse… Du erhältst dann auch viele weitere Informationen zu den Themen Zwerchfell, Atmung, Darm, Stress, Angst und natürlich überzeugenden Entscheidungen per Mail.

*Der Name Laura wurde von uns geändert. Die Person dahinter existiert mit ihrer Geschichte wirklich.

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