Leinsamen bei Verstopfung und Darmträgheit – Wieviel ist gut ?

Sehr nützlich“ bedeutet der botanische Name von Lein. Das gilt vor allem für die Samen. Leinsamen bei Verstopfung sind sinnvoll. Die Frage ist nur: Wie viel solltest Du zu dir nehmen und in welcher Form entfalten Leinsamen ihre volle Wirkung?

Jeder Teil dieser Pflanze wird gewinnbringend genutzt [1]. Auf unseren Körper scheinen die kleinen Pflanzen mit den blauen Blüten diverse Effekte zu haben [1, 2, 3, 4, 5, 6]. Jetzt lernst Du, wie Leinsamen bei Verstopfung und Darmträgheit helfen können. Und Du lernst, wie viel Du essen solltest, um Probleme zu vermeiden und die volle Wirkung für deinen Darm zu entfalten.

Die Menge macht das Gift – Das gilt auch für gesunde Leinsamen

Da Leinsamen als natürliches Mittel bekannt sind, um die Verdauung anzuregen, werden sie gerne genutzt. Doch sie bergen auch eine große Gefahr: Blausäure [7]. Falsch dosiert können die Samen nicht nur die Darmträgheit oder Verstopfung verschlimmern, sondern auch zu einem kompletten Darmverschluss führen. Dieser ist lebensgefährlich.

Richtig dosiert entfalten Leinsamen bei Verstopfung allerdings ihr volles Potenzial. Dazu jetzt die harten Fakten: 25 g – 30 g pro Tag [3, 8, 9], nicht mehr – aber auch nicht unbedingt weniger [6]. Als Faustregel formuliert: 2 Esslöffel Samen an einem Tag sind (in diesem Fall gegen Verstopfung) gut. Das gilt genauso für das Leinöl.

Doch das reicht nicht ganz! Leinsamen ziehen Wasser an. Das merkst Du sehr gut, wenn Du ein paar Leinsamen in dein Müsli oder Porridge gibst. Du brauchst plötzlich mehr Flüssigkeit. Versuch jedes Mal, wenn Du Leinsamen zu dir nimmst, ein Glas Wasser (ca. 200-300 ml) zu dir zu nehmen. So verhinderst Du, dass es in deinem Darm noch langsamer vorangeht. Leinsamen sollen ja schließlich das Gegenteil – das Anregen deiner Verdauung – bewirken!

Achtung! Bist Du schwanger oder nimmst Du Medikamente, sprich die Ergänzung mit Leinsamen bitte vorher mit deinem Arzt ab!

Ganz oder geschrotete Leinsamen bei Verstopfung & Darmträgheit?

Lässt Du die Leinsamen ganz, kommen sie beinahe unverdaut wieder hinten raus. Schrotest Du sie dagegen, gibst Du dem Darm die Chance, all die enthaltenen Stoffe – mit ihren Vorteilen für deine Gesundheit – aufzunehmen und dir zur Verfügung zu stellen. Beispiele dafür sind der hohe Gehalt an Omega-3 Fettsäuren und auch Enterolignane. Ihre Bioverfügbarkeit ist in der geschroteten Variante deutlich höher [10]. Auch die Nährstoffversorgung spielt für die Darmgesundheit eine große Rolle. So sind Leinsamen bei Verstopfung durch diesen Extra-Nutzen eine besonders gute Wahl.

Wie sollte ich Leinsamen am besten kaufen?

Du kannst Leinsamen im Ganzen kaufen. Das bringt allerdings den Nachteil mit sich, dass Du sie dann jedes Mal schroten musst. Allerdings halten sie sich so länger. Kaufst Du den Flachs geschrotet, solltest Du nicht zu viel auf einmal kaufen. Warum? Leinsamen und die wertvollen Fettsäuren darin werden sehr schnell ranzig. Und ranzige Leinsamen schmecken – genauso wie ranziges Leinöl – überhaupt nicht lecker.

Und hey, wenn Du Leinsamen kaufst, dann besser als Bio-Variante. So gelangen weniger Giftstoffe in unsere Natur und letztendlich auch weniger Gift in dich. Wir leben in einem einzigen Körper – und auf einer einzigen Erde. Und beides sollte voller Kraft und wunderschön sein.

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Die Wissenschaft hinter „Leinsamen bei Verstopfung“

[1] A. Goyal, V. Sharma, N. Upadhyay, M. Sihag. Flax and flaxseed oil: an ancient medicine & modern functional food. J. Food Sci. Technol. (September 2014) 51(9): 1633–1653. DOI 10.1007/s13197-013-1247-9

[2] Abebe Ayelign & Taddese Alemu. The Functional Nutrients of Flaxseed and TheirEffect on Human Health: A Review. European Journal of Nutrition & Food Safety6(2): 83-92, 2016, Article no. EJNFS.2016.012

[3] Nilsson A°berg U.W., Saarinen N., Abrahamsson A., Nurmi T., Engblom S., et al. (2011). Tamoxifen and Flaxseed Alter Angiogenesis Regulators in Normal Human Breast Tissue In Vivo. PLoS ONE 6(9): e25720. doi:10.1371/journal.pone.0025720

[4] Claudia Fuentealba, Fernando Figuerola, Ana M. Estevez, Jose M. Bastıasc & Ociel Munoza. Bioaccessibility of lignans from flaxseed (Linum usitatissimum L.) determined by single-batch in vitro simulation of the digestive process. J Sci Food Agric 2014; 94: 1729–1738 (wileyonlinelibrary.com) DOI 10.1002/jsfa.6482

[5] B. Dave Oomah. Flaxseed as a functional food source. Journal of the Science of Food and Agriculture 81:889-894 (2001) DO I: 10.1002/jsfa. 898

[6] Mihir Parikh, Thane G. Maddaford, J. Alejandro Austria, Michel Aliani,Thomas Netticadan & Grant N. Pierce. Dietary Flaxseed as a Strategy for ImprovingHuman Health. Nutrients 2019, 11, 1171; doi: 10.3390/nu11051171

[7] Dingyuan Feng, Yingran Shen & Eduardo R. Chavez. Effectiveness of different processing methods in reducing hydrogen cyanide content of flaxseed. Journal of the Science of Food and Agriculture 83: 836–841 (online: 2003) DOI: 10.1002/jsfa.1412

[8] Klaus Abraham, Thorsten Buhrke & Alfonso Lampen. Bioavailability of cyanide after consumption of a single meal of foods containing high levels of cyanogenic glycosides: a crossover study in humans. Arch Toxicol (2016) 90:559–574 DOI 10.1007/s00204-015-1479-8

[9] Mitteilung Nr. 006/2015 des Bundesamts für Risikobewertung vom 3. März 2015. Abgerufen am 09.04.2020 unter http://www.bfr.bund.de/cm/343/neue-daten-aus-bfr-humanstudie-kein-cyanid-risiko-bei-verzehr-von-marzipan-und-persipan.pdf

[10] Anneleen Kuijsten, Ilja C. W. Arts, Pieter van’t Veer, Peter C. H. Hollman. The Relative Bioavailability of Enterolignans in Humans Is Enhanced by Milling and Crushing of Flaxseed.The Journal of Nutrition, Volume 135, Issue 12, December 2005, Pages 2812–2816, https://doi.org/10.1093/jn/135.12.2812

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