Krieg der Brüllaffen

Mein Magen krampft sich zusammen.

Und obwohl ich genug getrunken habe, sind meine Lippen trocken.

Was mir meine Frau beim Essen erzählt, höre ich nur mit halbem Ohr. Dabei lausche ich ihr normalerweise so gern!

Der Grund?

Angst. Angst wegen des Krieges.

Das war vor 2 Wochen.

Und ich möchte dir jetzt mitgeben, wie du die Angst loswirst:

Schockrisiken

Vor ca. 20 Jahren brach in Europa und Deutschland der Rinderwahn (BSE) aus. Die Angst vor einer Ansteckung, – das Gehirn von betroffenen Menschen wird schwammartig durchlöchert – war groß. Die Medien waren voll davon.

Doch war diese Angst gerechtfertigt? Wie viele Menschen starben eigentlich wirklich?

Circa 140 [1].

Das sind genauso viele wie innerhalb von 10 Jahren durch Trinken von parfümiertem Lampen-Öl in den Tod gingen [1] und über 100-mal weniger Menschen als im Winter 2017/18 an Grippe starben [2].

Warum hat die Rinderpest so viel Angst und Panik verbreitet, aber parfümiertes Lampenöl und die Grippe tun es aber seit Jahrzehnten nicht?

Der eine Grund heißt „Schockrisiko“:

Wenn ereignisreich Menschen sterben und wir das, was dazu geführt hat, nicht kontrollieren können, sind wir evolutionär darauf programmiert, Angst zu haben [3].

Sterben über 100-mal so viele Menschen unspektakulär (Grippe), bleibt die Angstreaktion aus [3].

Angst ist Geld

Der zweite Grund für so viel Angst ist, dass es so einige Menschen gibt, die Interesse an deiner Angst haben. Unter anderem sind das Medien. Mehr Angst ist gleichbedeutend mit mehr Interesse des News-Konsumenten [4] und damit mit mehr Auflage.

Darum ist es so:

Für News-Seiten wird die „Gefahr“ sehr professionell hochemotional aufbereitet. Da kannst du beim News-scrollen noch so abgebrüht gucken, diese News triggern direkt dein Angstzentrum.

Learning #1 – Verständnis statt Angst

Schau also maximal einmal pro Woche auf News Seiten oder lass es am besten ganz sein. Besser sind lange Beiträge (z.B. Bücher, lange Artikel oder Arte-Dokumentationen), die das Verständnis statt Angst fördern.

Doch etwas intellektuell zu verstehen, heißt nicht, dass es emotional ankommt. Das weiß jeder, der verstanden hat wie wichtig regelmäßige Entspannungsphasen sind.

Du weißt das? Klar! Du tust es? Naja, …

Du kannst aber mit deinem Körper dafür sorgen, dass die intellektuellen Erkenntnisse auch emotional ankommen, denn das Learning #2 für heute:

Learning #2 – Mut im Körper

Emotionen kannst du sehr gut mit deinem Körper beeinflussen.

Soldaten der Navy Seals verwenden zum Beispiel die Blockatmung, um in Extremsituationen nicht in Panik zu geraten [5]. Statt durch den Newsfeed zu scrollen, probiere doch fünf Minuten mal das:

4 Sekunden einatmen – 4 Sekunden Luft anhalten – 4 Sekunden ausatmen – 4 Sekunden Luft anhalten.

Oft hilft schon das sehr gut gegen Angst und Stress. Für den Arbeitsalltag gibt es natürlich effektivere Strategien. Doch darum soll es heute nicht gehen.

Kriegsgründe

Denn wenn ich an all das Leid denke, was den Menschen im Krieg aufgezwungen wird, frage ich mich demütig und ohne ein Politikkenner zu sein:

Statt einen ständigen Kampf zwischen Ost und West, links und rechts, weiblich und männlich zu führen …

Wie wäre es, gegen die aufzubegehren, die ihre eigene Wahrheit und Ego als das Einzige und Beste betrachten und so Konflikte und Kriege heraufbeschwören? Müssen wir uns nicht wegen solchen Leuten überhaupt erst mit Krieg beschäftigen?

Wie wäre es, wenn jeder respektvoll leben würde und dabei so selbstbewusst wäre, andere ihr Ding machen zu lassen?

Andere abwerten und bekämpfen muss nur, wer sich selbst nicht sicher ist. Aber wer sich respektvoll selbst behauptet, überzeugt mit Begeisterung und als Vorbild statt durch Gewalt.

Wir brauchen wieder genau solche Menschen, die Ideen und Bilder für eine gemeinsame Zukunft entwerfen, statt Angst zu predigen und sie für eigene Interessen auszunutzen.

Worauf warten wir?

Doch wenn wir auf tolle Ideen von Politikern oder DAX-Vorständen warten, sind unsere Enkel im Rentenalter, bis sich etwas tut. Vielmehr möchte ich dich auffordern, diese Ideen in dir zu suchen und sie im Kleinen oder Großen zum Leben zu erwecken!

Dein Leben ist wertvoll. Womit willst du es verbringen? Würdest du, wenn du noch eine Woche zu leben hättest, das tun, was du in der nächsten Woche vor hast zu tun?

Wie sähe eine Welt aus, in der du die nächste Woche voller Freude verbringen würdest?

Ich finde, es lohnt, jeden Tag nach dieser Welt zu streben. Deswegen wünsche ich mir das mehr Menschen wie du und ich – Menschen mit einem Gespür für Respekt – sich selbstbewusst behaupten und unsere Welt nicht dem Ego der Brüllaffen überlassen.

Danke, dass es dich gibt!

Hör nicht auf zu träumen, – dein Hannes

Quellen

[1] Renn, Ortwin (2007): Die Multidisziplinarität des Themas Risiko. In: Brandenburgische Akad. der Wiss. (Hg.): Risiko. H. 6, S. 71–75

[2] https://edoc.rki.de/bitstream/handle/176904/6253/RKI_Influenzabericht_2018-19.pdf?sequence=1&isAllowed=y (zuletzt abgerufen am 18.03.2022 um 17:48)

[3] Jagiello, Robert D.; Hills, Thomas T. (2018): Bad News Has Wings: Dread Risk Mediates Social Amplification in Risk Communication. In: Risk analysis : an official publication of the Society for Risk Analysis 38 (10), S. 2193–2207. DOI: 10.1111/risa.13117.

[4] Park, Chang Sup (2015): Applying “Negativity Bias” to Twitter: Negative News on Twitter, Emotions, and Political Learning. In: Journal of Information Technology & Politics 12 (4), S. 342–359. DOI: 10.1080/19331681.2015.1100225

[5] https://www.forbes.com/sites/nomanazish/2019/05/30/how-to-de-stress-in-5-minutes-or-less-according-to-a-navy-seal/?sh=cad47213046d (zuletzt abgerufen am 18.03.2022 um 17:50)