Kleine Ode an die Wissenschaft

Ich pfeffere mit voller Wucht ein Tuch auf den Boden.

„Es liegt und es bleibt dort auch liegen!“ rufe ich meiner Frau entgegen.

Was eine Beziehungskrise sein könnte, ist keine.

Wir diskutieren über Schwerkraft.

Eigentlich ist unser Thema aber Wissenschaft:

Meine Frau kritisiert den Wissenschaftsglaube, ich verteidige ihn.

Das war heute Morgen.

Und jetzt schreibe ich dir darüber, weil es in jeder EFG-Mail eine Erkenntnis aus der Wissenschaft gibt.

Doch auch

  • Menschen, die an den Überwachungs-Chip aus der Spritze glauben und noch nicht verstanden haben, dass sie mit ihrem Smartphone freiwillig einen mit sich herumtragen,
  • Pharmafirmen, die kostenlose „unabhängige“ Fach-Kongresse in Luxus-Hotels veranstalten und
  • Klatsch-Magazine

berufen sich auf „Die Wissenschaft“.

Wissenschaft ist erstmal nur das Wissen über- oder Studium von der natürlichen Welt auf der Grundlage von Fakten, die durch Experimente und Beobachtung gewonnen wurden [1]. Das kann jeder sich zurecht biegen, wie er oder sie will.

Zeit also, dir mitzugeben, was Wissenschaft für mich bedeutet.

1: Erkenntnisgewinn braucht Reibung und Diskussion

Meine Frau und ich waren letztendlich sehr ähnlicher Meinung. Doch es brauchte so einige feurige Minuten, um Gemeinsamkeiten an die Oberfläche zu befördern.

Leider sorgen „Social“-Media-Nutzung und Konflikt-Scheue immer mehr dafür, dass viele sich nur noch mit Menschen unterhalten wollen, die keine „komischen“ Meinungen haben.

Dabei verschließen wir uns neuen Ideen und Entwicklung – geistiger Inzest ahoi!

Um im Leben weiterzukommen, solltest du gezielt nach anderen Meinungen suchen.

Wie ich schonmal geschrieben habe, Aufgeschlossenheit bringt weiter.

Also ist auch wichtig…

2: Wissenschaft darf kein Glaube sein

Wissenschaft in ihrem besten Sinne versucht, Gesetzmäßigkeiten zu erfassen.

Manchmal klappt das: Gravitation – mein Tuch blieb wirklich auf dem Boden liegen – lässt sich mit solchen Gesetzmäßigkeiten beschreiben.

Manchmal ist die Wissenschaft überfordert: Liebe und Gemeinschaftsgefühl sind nicht messbar, existieren aber trotzdem.

Deswegen darf Wissenschaft nicht dazu dienen, auszuschließen, was sie (noch) nicht messen/erfassen kann.

Denn wird unsere Welt nicht immer weniger lebenswert, gerade weil wir nur dem Messbaren („Hab ich gut geschlafen, Siri?“, Kontostand, ROI,…) huldigen und damit das Unscharfe und Nicht-

Messbare (Emotionen, Moral, Schönheit,…) verdrängen?

Und noch etwas sollte klar sein…

3: Wissenschaft ist Macht

Unternehmen und Politiker nutzen „Wissenschaft“ oft geschickt, um aus politischen oder wirtschaftlichen Interesse Fakten zu verdrehen.

Das ist Macht, die gegen dich gerichtet ist. Denn sie sucht sich selektiv Fakten heraus, die bestätigen, wovon überzeugt werden soll.

Dich damit zu täuschen und zu entmündigen ist egal.

Das und „Wissenschaft als Glaube“ kritisierte meine Frau zu Recht, als sie mit mir stritt.

Doch Wissenschaft bedeutet auch für dich Macht, wenn du sie zu einer Haltung werden lässt.

4: Wissenschaft bringt Wirksamkeit

Wissenschaft, die nicht versucht, etwas Bestimmtes zu zeigen, sondern offene Fragen stellt ist dein Tor zur Wirksamkeit.

Ein Beispiel…

Wir haben uns für physiast.de nicht gefragt:

„Wie können wir unser bestehendes Coachingprogramm verkaufen? Welche Studien lassen sich dazu als Argument nutzen?“

Nein, wir haben Fragen gestellt wie:

„Welche Ursache haben Darmprobleme, Atemprobleme und Verspannungen bei sonst gesunden Menschen?“

Als wir uns diese Frage beantwortet hatten (Antwort: u.a. Stress, Informationsüberflutung), war unser erstes Coachingprogramm hinfällig und es standen weitere Fragen im Raum:

„Wenn ich mir über meine Stress-Probleme bewusst bin, was kann mir helfen, sie tatsächlich zu überwinden?“

„Was sind bei vollem Kalender und wenig Zeit die wenigen wirksamsten Stellschrauben?“

So ging es Jahre lang.

Wenn du uns schon lange folgst, dann haben wir dich vielleicht öfter verwirrt: Wieso machen die jetzt was mit Entscheidungen, wenn es doch vorher um den Körper ging?

Weil Wissenschaft für uns kein Mittel ist, um das, was wir haben, glaubwürdig zu verzerren.

Wir haben offen gesucht – waren offen für Lösungen aus allen Bereichen.

Denn jetzt haben wir – so wie es jeder mit einer „Wissenschafts-Haltung“ kann – die Kraft, für dich wirklich etwas zu verändern.

Wirksamkeit entsteht, wenn du

  1. experimentierst,
  2. Muster erkennst und
  3. den Pfaden folgst, bei denen du dir ziemlich sicher sein kannst, dass sie funktionieren.

Das haben wir getan.

Und weißt du, wann du mit einer (wissenschaftlichen) Recherche fertig bist?

Wenn du keine neuen Fakten, keine neuen Sichtweisen mehr findest, obwohl du suchst. Wenn du also immer wieder auf die gleichen Quellen stößt – deine Suche sich im Kreis dreht.

Das ist jetzt bei uns der Fall.

Wir wissen, wie körperliche Probleme, Entscheidungen und Selbstbehauptung zusammenhängen.  Nimm noch den Faktor Unsicherheit dazu und der Arbeits-Titel für das Ganze lautet: Wagniskompetenz.

Jetzt haben wir Kapazitäten, klar zu kommunizieren, wie du von uns profitieren kannst.

Was ich sagen will:

Wenn du uns schon lange folgst: Danke für deine Geduld!

Wenn du uns erst seit kurzem folgst: Es lohnt sich!

Hör nicht auf zu träumen – dein Hannes.

Referenzen

[1] https://www.merriam-webster.com/dictionary/science (zuletzt abgerufen am 04.02.2022 um 17:50)