Atem-Verwirrung

Er lässt sich kaum bändigen – eine Erschütterung jagt die andere.

Der ganze kleine Körper bebt wieder und wieder.

Das Zwerchfell meines Sohnes zieht sich stark zusammen. Wie ein Gürtel, der sich selbstständig festzurrt und wieder öffnet. Er kommt kaum zu etwas anderem – die Kontraktionen halten ihn in Atem.

Dabei hat er nur Schluckauf.

Und ihm ist die Aktivierung – als Spielart der nicht unbedingt negativen Emotion Angst – am ganzen Körper anzusehen:

Die Augen weit aufgerissen wirkt er, als würde er für einen Fallschirmsprung gleich aus dem Flugzeug springen müssen. Nicht panisch, aber im positiven Sinne gestresst und maximal aktiviert. Das ist kein Zufall, denn …

Gefühle sind eine kombinierte neuronale/biochemische Wahrnehmung der Reize von

  1. außerhalb und
  2. innerhalb des Körpers [1,2].

Mein Sohn brauchte keinen Fallschirmsprung, keinen äußeren Reiz, um gestresst bzw. aktiviert zu werden. Ein gereizter Phrenicus-Nerv, der darauffolgende Schluckauf mit einem stark schlagenden Zwerchfell waren als innerer Reiz genug.

Ohne, dass etwas Dramatisches oder Aufregendes im Außen passierte, war mein Sohn tatsächlich emotional erregt. Oder sehr allgemein ausgedrückt: Er war rein durch innere Geschehnisse gestresst.

Die wichtige Erkenntnis für dich: Deine Atmung ist ein entscheidender Teil deiner emotionalen Reaktion.

Hast du schon versucht, deine flache Atmung oder Atemprobleme rein mit körperlichen Übungen in den Griff zu bekommen? Atemübungen? Dehnungen? Yoga?

All das funktioniert nicht nachhaltig? Du kommst nicht runter, kannst schlecht entspannen?

Dann frage dich bitte eine Frage (die wir in unserer Gesellschaft viel häufiger stellen sollten):

„Warum ist das so?“

Klar! Wärst du Raucher, Berg- oder Chemiearbeiter oder würdest dich vollkommen auf Fast-Food-Niveau ernähren, würde sich die Frage nicht stellen. Ist das aber nicht der Fall, ist die logische nächste Frage:

Warum habe ich dann eine flache Atmung? Warum Atemprobleme? Warum Zwerchfellprobleme?

Denn dein Körper tut nichts – nichts! – ohne Grund.

Deine Nackenverspannung entsteht ja auch nicht, wenn du Zeit hast, gerade im Wellnesstempel oder auf deiner Lieblingsterrasse liegst und den besten Song der Welt vor dich her summst, oder?!

Sie entsteht, weil du zu lange in einer Position verbracht hast, dein Chef deine Arbeit nicht respektiert, … du also deinen Körper negativen Emotionen ausgesetzt hast.

Denn unangenehme Reize, die negative Emotionen hervorrufen, steigern deine corticospinale Erregbarkeit [3]. Das bedeutet, dass dein Körper motorisch aktiviert wird.

Und was ist motorische Aktivierung? Richtig: erhöhte Muskelspannung.

Jetzt kommts:

Dein Zwerchfell ist ein Muskel.

Deine komplette Atmung baut auf dem Zusammenspiel verschiedenster Muskeln auf.

Sind die (emotional) übererregt, hast du Atem- oder Zwerchfellprobleme, die du rein „körperlich“ nicht in den Griff bekommst.

Fakt ist: Sind eine einfache „Basis-Atmung“ und „Basis-Haltung“ bei dir vorhanden, sind deine Emotionen der Hebel – die Stellschraube, – an dem du drehen musst, wenn du deinen Atem befreien möchtest … das Tor zur Entspannung öffnen willst.

Deine Atmung gibt dir Energie. Sie kann dich entspannen und aktivieren. Sie gibt dir Ruhe, wo andere aufgeben. Wenn du wissen willst, welche einfache „Basis-Haltung“ in Zusammenspiel mit der geschickten Nutzung aller deiner Emotionen Entspannung wie Atmung einfach macht:

Antworte einfach jetzt dieser Mail, schreib uns drei Zeilen über dein Problem und lass es dir zeigen.

Hör nicht auf zu träumen, – dein Hannes

[1] Brinkmann, Svend (2006): Damasio on mind and emotions: A conceptual critique. In: Nordic Psychology 58 (4), S. 366–380. DOI: 10.1027/1901-2276.54.4.366

[2] Bechara, A.; Damasio, H.; Damasio, A. R. (2000): Emotion, decision making and the orbitofrontal cortex. In: Cerebral cortex (New York, N.Y. : 1991) 10 (3), S. 295–307. DOI: 10.1093/cercor/10.3.295.

[3] Ackerley, Rochelle; Aimonetti, Jean-Marc; Ribot-Ciscar, Edith (2017): Emotions alter muscle proprioceptive coding of movements in humans. In: Scientific reports 7 (1), S. 8465. DOI: 10.1038/s41598-017-08721-4.