E-F-G Work-Life selbst balancieren

Es regnet.

Es regnet.

Es …

hört nicht auf.

So plötzlich wie die Blitze kamen, kam der Regen.

Die Wiese, die Bäume und das Zelt, die für zwei Tage in der Woche mein Zuhause waren, standen unter Wasser.

Die Blätter des wilden Weins trieften vor Nässe, als ich merkte, dass kein Platz mehr für mich ist.

Die wenigen Inneräume des Hofes mitten in der Natur waren schnell belegt: von den Familien, die schon lange dort wohnten.

Aber hey:

Ich wurde hereingebeten.

Ich konnte bleiben.

Alle waren nett zu mir.

Doch auch etwas anderes fiel mir auf:

Mal stand ich im Weg. Kein Problem!

Mal musste ich mein Zeug wegräumen. Aber in Ruhe!

Mal woanders mit dem Laptop arbeiten. Nach dem Essen gern wieder!

Ich gehörte – bei aller Gastfreundschaft – einfach nicht in die Wohnzimmer der Familien.

Ich fühlte mich zurückerinnert an lange Zeiten, wo es mir nicht an einem fremden Ort, sondern im ganzen Alltag so ging:

Alles war gut, – Freunde, Beziehung, Job. Ich war sportlich, gesund, hatte keine „echten“ Sorgen.

Und dennoch: Da war immer wieder dieses Gefühl.

Das Gefühl, nicht genau zu tun, was mir entspricht – noch nicht genau da zu sein, wo ich sein will.

Ich stand sprichwörtlich im Weg, musste mein Zeug wegräumen, woanders mit meinem Laptop arbeiten.

Irgendwas passte noch nicht.

Doch es lag – etwas anders als auf dem regennassen Hof – allein an meinem Inneren.

Ein geschätzter Kunde hat es mal so ausgedrückt:

„Ich habe noch nicht so richtig gefunden, was mich beseelt.“

Klar, – jeder tut etwas. Viele auch erfolgreich! Doch:

Wie viel gibt ihnen das?

Wie viel gibt dir das, was du täglich tust?

Diese Frage ist ungemütlich wie wichtig.

Der ein oder andere wird nun fürchten:

Muss ich mein Geschäftsmodell ändern? Meinen Job kündigen? Meinen Partner verlassen?

Nein.

Du musst nicht weg, um anzukommen.

Du kannst das, wo du bist, zu dem machen, was dir entspricht. Oder anders: Du kannst in dem, wo du bist, die Chancen sehen, die zu nutzen dich beseelt.

Wenn du nicht genau sagen kannst, was du willst, scheint alles wichtig.

Mit dem Kopf bist du dann überall. Sicher hast du dabei alles im Griff, aber am Ende des Tages hast du nur die ewigen ToDo’s abgearbeitet.

Doch bist du dir über dein „Allerwichtigstes“ bewusst, siehst du schnell überall die Chancen, dort hinzukommen, wo du hin willst.

Denn es geht dabei nicht um den Ort, den Job, das Geschäftsmodell, den Partner.

Es geht um die Aufmerksamkeit auf das, was dir emotional mit Abstand am wichtigsten ist.

Ich persönlich habe – genauso wie Kunden – mehrere Vorteile ausgemacht:

  • Du siehst auch im stressigsten Alltag immer, was du eigentlich ohne Probleme weglassen kannst, falls es zu viel wird.
  • Du kannst, – wie ich es mir damals auf dem verregneten Hof auch gewünscht hätte, – überall Halt finden.
  • Du findest viel mehr Freude, Bedeutung und Sinn in jedem deiner Tage und gehst mit viel mehr Kraft und Energie durchs Leben.
  • Du jagst nicht mehr stumpf einer besseren Zukunft hinterher. Du bist im Jetzt und kommst trotzdem schneller ans Ziel. Das macht dich schnell deutlich zufriedener. [1,2]

Kurz: Nicht die Umstände bestimmen das Work-Life, sondern du selbst gibst dir Balance.

Klingt toll? Woher weißt du aber, was von all den To-Do’s, all dem Wichtigen am wichtigsten ist? Wäre es dir bewusst, würdest du schließlich schon all diese Vorteile genießen können.

Nun … mit der Unterbewusstseins-Analyse natürlich.

So nutzt du die vielen Möglichkeiten, die dir in den entscheidenden Momenten kleine Freuden bereiten, dich produktiver machen [3] und dich morgens mit einem Lächeln aufstehen lassen.

Hör nicht auf zu träumen, – dein Hannes

[1] Csikszentmihalyi, Mihaly (2014): Flow and the foundations of positive psychology. The collected works of Mihaly Csikszentmihalyi. Dordrecht: Springer.

[2] Franklin, Michael S.; Mrazek, Michael D.; Anderson, Craig L.; Smallwood, Jonathan; Kingstone, Alan; Schooler, Jonathan W. (2013): The silver lining of a mind in the clouds: interesting musings are associated with positive mood while mind-wandering. In: Frontiers in psychology 4, S. 583. DOI: 10.3389/fpsyg.2013.00583.

[3] Oswald, Andrew J.; Proto, Eugenio; Sgroi, Daniel (2015): Happiness and Productivity. In: Journal of Labor Economics 33 (4), S. 789–822. DOI: 10.1086/681096