E-F-G Work-Life-Nonsens

Ich habe alles geschafft!

Hammer!

Alles erledigt stellt sich bei mir für einen Moment Entspann … nein.

Nichts stellt sich ein. Denn es ist schon spät.

Und morgen geht es früh weiter. Mist.

Wann habe ich Zeit für mich? Wann lebe ich?!

Sh**!

Wann das war?

Ich studierte und arbeitete parallel.

Montag bis Sonntag.

Ich kam voran, aber etwas blieb auf der Strecke:

Mein Leben.

Ich fragte mich:

Was fehlt zu einem Leben, was mir guttut? Fühle ich mich ausgelaugt und weit weg von mir, weil ich so viel zu tun habe?

Mittlerweile denke ich: Nein.

Ich habe in meinen vielen Aktivitäten einfach in die falschen Rollen gesteckt.

Falsche Rollen?

Je nach Situation und Gegenüber verhältst du dich anders, oder?

Unter deinen Freunden bist du vielleicht der Verständnisvolle.

Im Job die kritische Antreiberin.

Und beim Sport der Ehrgeizige.

Welche Rolle nimmst du in deiner Beziehung ein?

Welche im anonymen Internet?

Deine Identität nimmt durch die vielen kleinen Charaktere, die dich ausmachen, Form an. Umso älter du bist, umso mehr Mini-Charaktere hast du wahrscheinlich.

Und umso mehr Charaktere du hast, umso schwieriger ist es, zu erkennen, was dir im Moment – im Jetzt – guttun würde.

Denn mit vielen Mini-Rollen ist es schwer, die Übersicht zu behalten.

Gerade bei sensiblen Menschen funktioniert das oft so gut, wie wenn ich versuche, vor einer Reise ruhig zu bleiben: Gar nicht.

Für solche Menschen (mich) brauchte es eine andere Strategie:

Reduktion aller Rollen auf eine Kern-Identität.

Diese Kern-Identität begleitet dich überall – verschiedene Rollen sind nur noch Variationen dieser Identität.

Mehr innere Ruhe, Selbstbewusstsein und Klarheit folgen.

Ohne die Reduktion sieht es nicht so rosig aus:

Viele verschiedene Mini-Charaktere laufen Gefahr, sich nicht immer gut zu verstehen.

Was passiert zum Beispiel, wenn du unter deinen Freunden die Verständnisvolle bist, im Job die kritische Antreiberin, dann aber mit einer Freundin zusammenarbeitest?

Dann gibt es plötzlich einen Konflikt.

Umso mehr Rollen-Konflikte es in unserem Leben gibt, umso unzufriedener sind wir [1,2,3].

Irgendwie klar. Alles läuft nicht mehr so flüssig – Stress, innere Unruhe und Verzettelung sind die Folge.

Ich denke, es geht weder um „Work“ noch um „Life“.

Bei „Balance“ geht es darum, wie sehr dir entspricht, was, wie und warum du etwas tust. Und zwar mit möglichst wenig Rollen-Konflikten.

Das geht, wenn du deine Rollen um deine Kern-Identität gestaltest.

Und das ist mit der Unterbewusstseins-Analyse viel einfacher, als es sich anhört.

Willst du innere Ruhe, Klarheit und weniger Stress?

Dann geh es an!

Hör nicht auf zu träumen – dein Hannes

[1] Gautam, Indu; Jain, Sameeksha (2018): A STUDY OF WORK-LIFE BALANCE: CHALLENGES AND SOLUTIONS.

[2] Haar, Jarrod M.; Russo, Marcello; Suñe, Albert; Ollier-Malaterre, Ariane (2014): Outcomes of work–life balance on job satisfaction, life satisfaction and mental health: A study across seven cultures. In: Journal of Vocational Behavior 85 (3), S. 361–373. DOI: 10.1016/j.jvb.2014.08.010.

[3] Sirgy, M. Joseph; Lee, Dong-Jin (2018): Work-Life Balance: an Integrative Review. In: Applied Research Quality Life 13 (1), S. 229–254. DOI: 10.1007/s11482-017-9509-8