E-F-G Was blockiert die Welt?

„Ich bin SPD-Wähler.“, sagt er.

„Na ja … nein. Du wählst SPD.“, sage ich und handle mir damit einen bösen Blick ein.

Was soll das auch?!

Warum hacke ich darauf rum?

„Weil es dein Leben unnötig anstrengend macht und dir sowie unserer Gesellschaft Erfolge verhindert.“

Wie meine ich das?

Was ist der Unterschied zwischen „Ich bin SPD-Wähler.“ und „Ich wähle SPD.“?

Es ist der Unterschied zwischen Identität („Ich bin SPD-Wähler.“) und Verhalten („Ich wähle SPD.“).

Verhalten ist flexibel.

Identität sehr starr.

Es gibt viele Wähler, die „ihre“ Partei wählen, egal wie viel Mist die Partei baut: „Ich bin SPD-Wähler, deswegen wähle ich jetzt auch SPD“.

Es geht um starre Identifikation mit einer Partei statt darum, was am besten für das Land ist.

Identität blockiert die Welt.

Doch warum ist die Identifikation mit Handlungen auch für dich persönlich eine Erfolgsbremse?

Verhalten wirkt sich nicht auf zukünftige Entscheidungen aus. Deine Zukunft ist keine automatische Verlängerung deiner Vergangenheit.

Doch Identität ist eine starke Triebkraft für Entscheidungen [1].

„Wir sehen die Dinge nicht so, wie sie sind. Wir sehen die Dinge so, wie wir sind.“, sagte Anaïs Nin.

So formt und beschränkt deine Identität dich zugleich.

Denn statt dein Verhalten an Lebenslagen anzupassen, hältst du dich daran fest, egal ob es dir guttut oder nicht.

Zu meiner Zeit als Therapeut habe ich oft mit ehemaligen Leistungssportlern zu tun gehabt, denen es richtig dreckig ging. Schmerzen bis zum geht nicht mehr, – das Laufen fiel schwer.

Sie sagten oft zu mir, dass sie die (empfohlenen) Übungen nicht machen wollen – sie wollten nur wieder Tennis spielen.

Doch sie konnten nicht mal richtig laufen!

Absurd, oder?!?

Warum diese Sturheit?

Weil diese Menschen sich noch immer als Leistungssportler sahen (Identität), obwohl sie zwanzig Jahre schon keine hundert Meter mehr gejoggt waren.

Ein „Leistungssportler“ ist sich zu schade für „Anfänger-Übungen“, – selbst, wenn diese aktuell am erfolgversprechendsten sind.

Wir sind XYZ-Wähler, Leistungssportler, Veganer, „Coole“ und was es sonst noch für Etiketten gibt.

Was glaubst du:

Womit identifizierst du dich?

Womit beschränkst du dein Vorankommen?

Doch womit solltest du dich dann identifizieren? Was würde dich nicht beschränken?

Es gibt da etwas.

Etwas, dass nicht nur verhindert, dass du dich beschränkst, sondern dir den Weg zu deinem Erfolg sogar leichter macht:

Deine Kern-Werte und Ziel-Emotionen.

Identifiziere dich mit dem Holz, aus dem du geschnitzt bist! – mit dem Kern von dir, der sich dein Leben lang nicht verändern wird. Mit dem, was du wirklich bist.

So wirst du – egal wo du bist, egal in welcher Lage du steckst – die Basis für einen starken Selbstwert immer bei dir haben.

Du wirst Kritik als Möglichkeit zum Wachstum auffassen, statt sie persönlich zu nehmen.

Und du hast eine wichtige Basis für innere Ruhe und Gelassenheit.

Und diesen Kern findest du wo?

Einiges weißt du schon. Und einiges ist unbewusst.

Doch da kommst du leicht ran:

Mit der Unterbewusstseins-Analyse.

Hör nicht auf zu träumen, – dein Hannes

[1] EstradaCruz, M.; VerdúJover, A. J.; GómezGras, J. M. (2019): The influence of culture on the relationship between the entrepreneur’s social identity and decision-making: Effectual and causal logic. In: BRQ Business Research Quarterly 22 (4), S. 226–244. DOI: 10.1016/j.brq.2018.10.002.