E-F-G Verspannt investieren

Ist das ihr Ernst?!

Ich schäme mich immer mehr fremd und fange an, mich vor meinem Bildschirm zu verspannen.

Lügen die alle einfach ihre Kunden an!?

„Inzwischen lautet die Frage nicht mehr, ob, sondern wie der Übergang zu Netto-Null-Emissionen erfolgen wird […]“

„Wir helfen unseren Kunden nachhaltig zu investieren“

„Blackrock kooperiert mit Rhodium bei der Klimaforschung“

Das schreibt Blackrock – mit 4,7 Billionen Dollar Anlagevermögen die größte Investmentgesellschaft der Welt – auf ihrer Website.

Sie schreiben „nachhaltig“, obwohl sie bekanntermaßen ihre Finger in allem haben, was Profit verspricht – egal wie schädlich es für dich ist [1,2,3,4].

Auch viele andere Unternehmen erzählen die große Geschichte der Nachhaltigkeit, ohne nachhaltig zu sein.

Ich verspanne vor meinem Laptop mehr und mehr.

Hast du dich schon mal gefragt, wieso du eigentlich verspannst?

Jedenfalls wollte ich nur nachhaltig investieren und durchsuchte das Internet.

Was dir sicher schon aufgefallen ist: Überall steht gerade „nachhaltig“ drauf.

Das Tolle daran? Wo nachhaltig drauf steht, ist auch „nachhaltig“ drin.

Du hast richtig gelesen. Überall, wo nachhaltig drauf steht, ist auch „nachhaltig“ drin!

Wirklich! Sogar bei Blackrock.

Das Problem ist nur: „Nachhaltig“ ist relativ.

Beispiel „nachhaltige“ Investment-Fonds*:

Ich habe gelernt, dass es hier zwei Arten „nachhaltiger“ Geldanlagen gibt.

Erstens kannst du in Best of Class-Fonds anlegen.

Fonds-Manager wählen dabei die nachhaltigsten Unternehmen einer Klasse und investieren für dich in diese Firmen.

Klingt toll?

Jo! Solange, bis man an die Klasse der Chemie-, Pharma- oder Ölkonzerne denkt. Denn der beste der Klasse ist einfach der Konzern, der am wenigsten – aber damit nicht zwingend wenig – Mist baut.

Und in jeden(!) besten einer Klasse wird investiert.

Die bessere Wahl: Impact Investing.

Hier wird von den Fondsmanagern nur in Unternehmen mit nachweisbar (genaue Kriterien checken!) positivem Beitrag investiert.

Hat sich das Problem mit der „Nachhaltigkeit“ für mich damit gelöst? Natürlich nicht.  

Aber wegen meiner beginnenden Verspannung fühlte ich mich an etwas anderes erinnert:

An die vielen „Experten“, die das Wort „Lösung“ genauso inflationär benutzen wie Unternehmen das Wort „nachhaltig“.

Denn genauso wie „nachhaltig“ relativ ist, ist es auch „die Lösung“.

„Die Lösung“ bei meinen aufkeimenden Verspannungen? Dehnen, richtig?!

Warum sollte das Internet sonst voll mit Dehnübungen sein, wenn dem nicht so wäre?!

Tja … Weil das Internet auch voll von „Nachhaltigkeit“ ist …

Eine richtige Verspannung lässt kaum nach – das hast du sicher selbst schon erlebt. Machmal hilft dehnen, oft nicht.

Es muss also noch andere Faktoren außer dem Dehnen geben, die Muskeln spannen oder entspannen. Und genauso ist es. Dein Nervensystem, Stresshormone und einige weitere Faktoren beeinflussen deine Muskeln [u.a. 5,6,7,8,9,10,11,12].

Ich dehne also nicht gegen meine Verspannung an.*

Denn dehnen ist relativ gesehen eine „Lösung“…. doch ein paar Tage später ist das Problem wieder da, richtig? Die Dehn-„Lösung“,wie von so vielen empfohlen, ist also nicht wirklich eine „nachhaltige Lösung“.

Was bleibt also?

Denn eine überzeugende „Lösung“ fürs „nachhaltig“ investieren habe nicht für dich.

Für Verspannungen & verkrampftes Gewebe allerdings schon: Das physiologische Stresstoleranz-Training.

Weil ich die Prinzipien daraus selbst genauso erfolgreich wie unsere Kunden anwende, hatte die Verspannung keine Möglichkeit, zu bleiben.

Ich konnte also, ohne von Verspannungen ausgebremst zu werden, von meinem Laptop aufstehen und etwas tun, was mich erfüllt.

Und du kannst das auch!

Hör nicht aus zu träumen, – dein Hannes

*Bestehst du auf die kurzfristige Lösung und willst gegen deine Verspannungen andehnen, mach es besser für den ganzen Körper. Das bringt mehr. Ich mag sehr gern: Boho Beautiful Yin Yoga.

[1] https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/blackrock-die-angst-vor-dem-schwarzen-riesen-a-1052320.html

[2] https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/blackrock-nachhaltigkeit-brief-kritik-1.5172295

[3] https://www.tagesschau.de/wirtschaft/friedrich-merz-blackrock-nachhaltigkeit-101.html

[4] https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/blackrock-ueberall-die-finger-drin-1.2888514

[5] Findley, Thomas; Chaudhry, Hans; Stecco, Antonio; Roman, Max (2012): Fascia research–a narrative review. In: Journal of bodywork and movement therapies 16 (1), S. 67–75. DOI: 10.1016/j.jbmt.2011.09.004.

[6] Kjaer, Michael (2004): Role of extracellular matrix in adaptation of tendon and skeletal muscle to mechanical loading. In: Physiological reviews 84 (2), S. 649–698. DOI: 10.1152/physrev.00031.2003.

[7] Kragstrup, T. W.; Kjaer, M.; Mackey, A. L. (2011): Structural, biochemical, cellular, and functional changes in skeletal muscle extracellular matrix with aging. In: Scandinavian journal of medicine & science in sports 21 (6), S. 749–757. DOI: 10.1111/j.1600-0838.2011.01377.x.

[8] Reeves, N. D. (2006): Adaptation of the tendon to mechanical usage. In: Journal of musculoskeletal & neuronal interactions 6 (2), S. 174–180.

[9] Schleip, Robert (2003a): Fascial plasticity – a new neurobiological explanation Part 2. In: Journal of bodywork and movement therapies 7 (2), S. 104–116. DOI: 10.1016/S1360-8592(02)00076-1.

[10] Schleip, Robert (2003b): Fascial plasticity – a new neurobiological explanation: Part 1. In: Journal of bodywork and movement therapies 7 (1), S. 11–19. DOI: 10.1016/S1360-8592(02)00067-0.

[11] Schleip, Robert; Jäger, Heike; Klingler, Werner (2012): What is ‚fascia‘? A review of different nomenclatures. In: Journal of bodywork and movement therapies 16 (4), S. 496–502. DOI: 10.1016/j.jbmt.2012.08.001.

[12] Stecco, Carla; Pavan, Piero; Pachera, Paola; Caro, Raffaele de; Natali, Arturo (2014): Investigation of the mechanical properties of the human crural fascia and their possible clinical implications. In: Surgical and radiologic anatomy : SRA 36 (1), S. 25–32. DOI: 10.1007/s00276-013-1152-y.