E-F-G Über Respekt, Stress und einen trockenen Hals

Die Erkenntnis

Was ist Respekt?

Viele denken zuerst an das, was Mitglieder von Straßen-Gangs verlangen, wenn du es wagst, sie anzuschauen. Das wird dem Begriff aber lange nicht gerecht.

Die Wissenschaft ist sich uneinig darüber, was Respekt eigentlich ist. Merriam-Webster wagt einen Definitionsversuch: Es ist „die Eigenschaft oder der Zustand, geschätzt zu werden“. 

Wir respektieren etwas nicht, weil wir es wollen, sondern weil wir erkennen, dass wir es respektieren müssen [1]. Das gilt auch für uns selbst.

Viele Menschen erkennen erst sehr spät, dass sie sich selbst respektieren müssen.

Erst wenn wir die Bedürfnisse unseres Körpers oder unsere emotionalen Bedürfnisse zu lange nicht für voll genommen haben, ergeben sich daraus Probleme, die wir nicht mehr ignorieren können: Hoch-Phasen im Wechsel mit starken Tief-Phasen, Verdauungsprobleme, ständige Verspannungen, Müdigkeit, Sorgen, Ängste und Schmerzen. 

Um langfristig leistungsfähig zu bleiben und uns dabei wohl zu fühlen brauchen wir eine Kehrtwende im Denken. Weg von der „Nutzung“ des Körpers und Ignoranz von Gefühlen, hin zu einer Partnerschaft.

Eine Partnerschaft geprägt von Respekt. 

Im Leistungssport ist das schon längst angekommen [2]. Und wer erkennt, dass das Gefühl, was da in uns schlummert, eine riesen Chance und kein Gegner ist, wird in Zukunft gewinnen – in jedem Bereich des Lebens.

Die Frage

Für uns bedeutet Selbst-Respekt, deine (wahren) Bedürfnisse anzuerkennen und zu erfüllen. Das bringt Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit gleichermaßen. 

Schiebst du deine Bedürfnisse manchmal oder regelmäßig mit Essen, Arbeit oder Konsum beiseite?  

Wie viel mehr Energie hättest du, wenn du sie erfüllen würdest?

Die Gewohnheit 

Eine klare, selbstbewusste Stimme ist ein wichtiger Aspekt, um sich unter Zuhörern Respekt zu verschaffen. 

Dazu gehört natürlich zunächst, zu wissen, auf welchem Standpunkt genau man steht. So werden klare, selbstbewusste Argumentationen erst möglich.

Doch selbst dann kann uns Stress einen Strich durch die Rechnung machen: Er sorgt dafür, dass unser Mund trockener wird. Die Stimme bricht, wir müssen uns räuspern. Das bekommt jeder Zuhörer unterbewusst mit. Der Respekt vor dir und dem Gesagten leidet.

Marylin Monroe scheint eine Gewohnheit gehabt zu haben, um dieses Problem zu umgehen: Sie soll immer dafür gesorgt haben, genug zu trinken in Reichweite zu haben. Dann – so ihre Empfehlung – lasse sich auch unter Stress eine klare, selbstbewusste Stimme aufrecht erhalten [3].

Wie du weiter machen kannst

Lerne, deinen Körper, deine Emotionen und Gefühle (neurophysiologisch geht beides miteinander einher) als Partner zu sehen. Es ist wie mit einem Schwert: Du kannst dich daran schneiden, aber wenn du lernst, wie du damit umgehst, wirst du ein starkes Werkzeug mit enormen Vorteilen (für so gut wie alle Lebenslagen und Herausforderungen) dazugewinnen!

In diesem Video gebe ich dir drei erste Anregungen, was du vermeiden solltest, wenn du mit dir und deinem Körper wieder respektvoller umgehen willst:

Referenzen

[1] Wood, A.W. (1999), Kant’s Ethical Thought, Cambridge: Cambridge University Press.

[2] Thomas Sammut ist Mentaltrainer für den französischen Hochleistungs-Sport. Er sagt in der Arte-Doku „Think Gold“: „Jahrelang glaubte man – fälschlicher Weise – dass Gefühle im Sport der Feind seien, dass sie unterdrückt, ja, bekämpft werden müssen. Das Gegenteil ist der Fall!“ https://www.thomas-sammut.com/

[3] https://www.inc.com/sally-hogshead/what-marilyn-monroe-revealed-about-making-a-fascinating-first-impression.html (zuletzt abgerufen: 23.07.2021 um 17:25)