E-F-G Tote Komplimente

Ein mürrisches „Hm.“

Mehr bekomme ich nicht zur Antwort.

Dabei ist es einer dieser wunderbar warmen Tage, an denen man den Schatten wie das Lichterspiel der Blätter so schön genießen kann.

Das einsilbige Gemurmel kommt von einem Mann in schickem ockerfarbenem Anzug (gib nicht zu viel auf die Farbe – eine Rot-Grün-Schwäche macht es mir da schwer 😉

Ich sage ihm aufrichtig und wertschätzend, wie passend ich den Anzug finde, als er gerade seine Kopfhörer in sein Ohr fummelt.

Ich sage das, weil ich der Überzeugung bin, dass wir alle uns auf den Weg machen sollten, zu finden, was uns begeistert.

Und dieser Weg beginnt mit Freude – zum Beispiel über ein ernst gemeintes Kompliment.

Doch statt sich zu freuen, reicht es nur zu einem mürrischem „Hm.“, bevor der elegante Herr sich mit seinem Alu-Rollkoffer gehetzt auf den Weg macht.

Natürlich hat er etwas Wichtiges zu tun.

Natürlich hat er ein Ziel vor Augen.

Warum sich mit nebensächlichen Komplimenten abgeben?

Mhh …

Ist dir mal aufgefallen, dass 95 % unseres Lebens aus Weg bestehen?

12 Jahre auf dem Weg zum Abi, um ein paar Wochen in Feierlaune zu sein.

Und für wie viel Urlaub arbeitest du ein ganzes Jahr?

Wo immer du hinschaust: Es geht zu 9 5% um den Weg.

Wenn der nicht passt, kannst du noch so viele Ziele im Leben erreichen – 95% deines Lebens sind dann … nun ja … bescheiden bis kacke 😉

Der Mann im ockerfarbenen Anzug war zu sehr auf sein Ziel fixiert, um den Weg zu genießen.

Erkennst du dich darin eventuell auf eine Art selbst wieder?

Denkst du noch in „Wenn ich erstmal X erreicht habe, dann wird es besser!“- Kategorien?

Wenn ja, dann hinterfrage besser dein Ziel.

Denn Freude ist, was dir die Kraft, Ausstrahlung und Fähigkeiten gibt, dort auch (heil) anzukommen [u.a. 1,2,3,4].

Doch wo soll all diese Freude in einem so anstrengenden und stressigen Alltag herkommen? Und weißt du, was viel mehr Freude in dir erzeugt als das typische Vergnügen?

Finde es gern mit uns bei deiner Unterbewusstseins-Analyse heraus.

Hör nicht auf zu träumen – dein Hannes

[1] Oswald, Andrew J.; Proto, Eugenio; Sgroi, Daniel (2015): Happiness and Productivity. In: Journal of Labor Economics 33 (4), S. 789–822. DOI: 10.1086/681096.

[2] Subramaniam, Karuna; Kounios, John; Parrish, Todd B.; Jung-Beeman, Mark (2009): A brain mechanism for facilitation of insight by positive affect. In: Journal of cognitive neuroscience 21 (3), S. 415–432. DOI: 10.1162/jocn.2009.21057.

[3] Treger, Stanislav; Sprecher, Susan; Erber, Ralph (2013): Laughing and liking: Exploring the interpersonal effects of humor use in initial social interactions. In: Eur. J. Soc. Psychol., n/a-n/a. DOI: 10.1002/ejsp.1962.

[4] Tugade, Michele M.; Fredrickson, Barbara L. (2004): Resilient individuals use positive emotions to bounce back from negative emotional experiences. In: Journal of Personality and Social Psychology 86 (2), S. 320–333. DOI: 10.1037/0022-3514.86.2.320