E-F-G Schmerzfrei

Nägel, die in die Haut drücken …

Glühende Kohlen unter den Füßen …

Das sind Schmerzen, die nur erfahrene Fakire aushalten können.

Und wie ist es mit enorm spitzen Tannennadeln, die senkrecht im Gras stecken und sich in nackte Füße bohren? Klingt schmerzhaft?

Das ist es auch.

Zumindest manchmal.

Wieso nur manchmal?

Wir haben einen Garten. In diesem Garten steht eine Tanne.

Ich weiß nicht, ob es wirklich eine Tanne ist. Jedenfalls ist es ein Nadelbaum mit sehr harten und sehr spitzen Nadeln, die oft senkrecht aufgestellt ins Gras fallen und dort auf meine Füße warten.

Letztens ist mir aufgefallen, dass ich an manchen Tagen einfach darüber hinweg gehe.

Ich bemerke das Piken, aber es ist nicht schlimm.

Und an wenigen Tagen kann ich über diese Stelle im Gras überhaupt nicht laufen. Ich muss auf die Steinwege drumherum ausweichen.

Warum?

Wieso geht das an einem Tag, am nächsten aber nicht mehr?

Eine andere Frage:

Hast du mal überlegt, warum genau in besonders stressigen Phasen sich auch noch dein Nacken, Rücken oder Magen meldet?

Ist das nicht gemein? Ein blöder Zufall?

Wahrscheinlich nicht. Denn:

Stress und Alltagsängste können deine Schmerztoleranz direkt oder indirekt senken bzw. sogar Schmerz erzeugen [1,2,3,4,5].

Bist du gerade besonders gestresst, fühlst du Schmerzen, obwohl du „nichts anders gemacht“ hast.

An den Tagen, an denen ich die (Tannen?-) Nadel spürte und als sehr schmerzhaft und störend wahrnahm, war ich gestresst.

Das beste Schmerzmittel ist, dein Stressniveau zu senken.

Und das geht nachhaltig am besten mit dem Stresstoleranz-Training.

Lass dich nicht ausbremsen – hör nicht auf zu träumen!

Dein Hannes.

[1] Ahmad, Asma Hayati; Zakaria, Rahimah (2015): Pain in Times of Stress. In: The Malaysian journal of medical sciences : MJMS 22 (Spec Issue), S. 52–61.

[2] Chapman, C. Richard; Tuckett, Robert P.; Song, Chan Woo (2008): Pain and stress in a systems perspective: reciprocal neural, endocrine, and immune interactions. In: The journal of pain 9 (2), S. 122–145. DOI: 10.1016/j.jpain.2007.09.006.

[3] Vachon-Presseau, Etienne; Roy, Mathieu; Martel, Marc-Olivier; Caron, Etienne; Marin, Marie-France; Chen, Jeni et al. (2013): The stress model of chronic pain: evidence from basal cortisol and hippocampal structure and function in humans. In: Brain : a journal of neurology 136 (Pt 3), S. 815–827. DOI: 10.1093/brain/aws371

[4] https://www.instituteforchronicpain.org/blog/item/152-55stress-inflammation-and-chronic-pain (zuletzt abgerufen am 03.06.2022 um 17:45)

[5] https://www.health.harvard.edu/healthbeat/the-pain-anxiety-depression-connection (zuletzt abgerufen am 03.06.2022 um 17:45)