E-F-G Schaff dich nicht ab!

240 Dollar.

Das muss ich bezahlen.

Jeden Monat.

Dafür bekomme ich – meine Frau fragt, ob ich Kondome bestellen wolle – viele kleine flache Plastik-Packungen.

Und aus den Plastikpackungen kommen in mattem Schwarz: die wahrscheinlich ansehnlichsten Pflaster, die ich je gesehen habe.

Doch es sind keine Pflaster.

Es ist Hightech.

Jahrelange Entwicklungszeit.

Und diese Hochtechnologie tut Fantastisches:

Sie macht dich aufmerksamer, motivierter, widerstandsfähiger, besser gelaunt, produktiver, fokussierter und konzentrierter.

Wie machen diese Pflaster das?

Eigentlich egal, oder?!

Jetzt stellt sich nur noch die Frage: Wo bekommst du diese Wunderdinger her?

Doch Stopp!

Bevor ich dir das verrate, lass mich dir etwas anderes vorstellen.

Etwas, das noch besser ist.

Besser, günstiger und nachhaltiger.

Nimm deine Hand und berühre dich bitte an deinem Brustbein.

Lass deine Hand kurz da, wo sie ist, und sei dankbar für das, was du gerade Großartiges berühren darfst:

Die beeindruckendste Hochtechnologie, die es im bekannten Universum gibt.

Darf ich vorstellen? Dein Körper.

Er macht dich aufmerksamer, motivierter, widerstandsfähiger, besser gelaunt, produktiver, fokussierter und konzentrierter – kostenlos.

Und ganz entscheidend: Er tut es immer wieder, dein Leben lang.

Anders als die Hightech-Pflaster …

Denn was leider nicht auf der Website steht: davon wirst du immer mehr brauchen, um die gleiche Wirkung zu erzielen.

Warum?

Es ist ein physiologisches Grundprinzip: An alles, was in die Regelkreise deines Körpers eingreift, gewöhnt er sich.

Kaffee, Alkohol, Energie-Drinks, Kokain, Ritalin. Erhöhe die Dosis, oder du merkst bald keine Wirkung mehr!

Wie lange wird es noch dauern, bis wir verstehen, dass die lohnendste Technologie, in die wir Zeit und Geld investieren sollten, um uns zu „verbessern“, der eigene Körper mit seinen eigenen Fähigkeiten ist!?

Bist du Kaffeetrinker? Oder kennst du einen?

Schon mal beobachtet, was passiert, wenn du den Kaffee von einem Tag auf den anderen komplett weglässt?

Genau.

Und warum?

Weil das Koffein eine leistungssteigernde Wirkung hat.

Dabei ersetzt es aber körpereigene Mechanismen.

Da das oberste Ziel des Körpers ist, Energie zu sparen, denkt er „Hammer! Dann brauch ich ja nicht mehr für Wachheit zu sorgen!“ und tut es fortan nicht mehr.

Der Kaffee wird zum Muss.

Dasselbe wird passieren, wenn du deine Nerven stimulierst, um leistungsfähiger zu werden.

Dein Körper denkt wieder: „Hammer! Dann brauch ich ja nicht mehr …!“

Wichtig ist, heute zu verstehen:

Dein Körper inklusive Gehirn ist die „krasseste“ Technologie, die es gibt und für lange Zeit geben wird. Seine Möglichkeiten und Leistungsfähigkeit gehen weit über das hinaus, was den meisten bewusst ist.

Benutzt du seine Fähigkeiten aber nicht, gehen sie verloren. Denn jede(!) Körperfunktion, die outgesourct wird, geht langsam verloren [u.a. 1,2,3].

So schaffen sich viele mit Hilfe von Technologie, teuren Mittelchen und Chemie langsam ab.

Was würdest du gern können?

Was brauchst du dafür?

Müsstest du dafür aufmerksamer, motivierter, widerstandsfähiger, besser gelaunt, produktiver, fokussierter und konzentrierter sein?

Was lässt dich glauben, dein Körper/Gehirn wäre dazu nicht in der Lage?

Meine Empfehlung:

Kaufe keine „Feelzing“-Pflaster.

Lerne lieber, mit deinem Körper zu arbeiten, statt ihn nur dabei zu haben.

Eine Art, das zu tun, ist seine (=deine) unbewussten Bedürfnisse zu verstehen, sie zu erfüllen und zu staunen, wie gut du plötzlich vorankommst.

Das kannst du mit der Unterbewusstseins-Analyse.

Hör nicht auf zu träumen, – dein Hannes

[1] Aguilera, Jonathan A.; Pourhashemi, Nicki; Sharpe, Cooper J.; Friesen, Beata (2022): Use it or lose it: protecting ageing muscles with lifelong recreational exercise. In: The Journal of physiology 600 (15), S. 3397–3398. DOI: 10.1113/JP283338.

[2] Penfold, Linda M.; Powell, David; Traylor-Holzer, Kathy; Asa, Cheryl S. (2014): „Use it or lose it“: characterization, implications, and mitigation of female infertility in captive wildlife. In: Zoo biology 33 (1), S. 20–28. DOI: 10.1002/zoo.21104.

[3] The Brain: Use It or Lose It (1999). In: Science 285 (5428), S. 661.