Kein Vorbild.

Meine Frau sieht aus, als wäre sie gerade gezwungen worden, einen Investment-Banker zu heiraten.

Vielleicht sieht sie auch aus, als hätte sie zu lange durch den Feed eines Influencers gescrollt, der in Dubai lebt, um Steuern auf Kosten von … Oh, böses Vorurteil!

Natürlich lebt er dort, weil die Leute da so herzlich sind.

Wie auch immer…

Die Wahrheit ist, dass meine Frau gesagt bekommen hat:

„Es ist vollkommen unrealistisch, schon im fünften Monat nach der Geburt Ihres Kindes wieder zu arbeiten!“

Da ging es um ein bis zwei Tage Arbeit pro Woche.

Ich atme auf:

Meine Frau muss also garkeinen Investmentbanker heiraten.

Nur wird ihr immer wieder gesagt, wie moralisch verwerflich, Baby-verachtend und vor allem unrealistisch es ist, zwei Tage arbeiten zu gehen.

Doch ist es wirklich unrealistisch einen Job – den sie großartig findet – zu machen, nur weil die Bedingungen nicht optimal sind?

Ich glaube, es geht bei Vorhaben jeglicher Art erstmal nicht um unrealistisch oder realistisch.

Vielmehr geht es darum, etwas wirklich zu wollen.

Denn dann findet sich ein Weg.

Doch…

Dieser Weg ist oft anstrengender und länger als zu sagen „Das ist unrealistisch. Das geht nicht.“

Es gibt kaum Vorbilder. Oft gar keine. Und es braucht „Disziplin“.

Doch halt!

Disziplin ist ein Mythos:

Kennst du solche Vorhaben, die du immer wieder hast, aber nie durchziehst?

Die harte Realität ist:

Dieses Vorhaben hast du eigentlich nicht.

Es ist dir nicht wichtig genug.

Denn Disziplin kommt von allein, wenn du etwas wirklich willst.

Doch wirklich wollen heißt nicht: denken, es zu wollen.

Es heißt, es auch unterbewusst zu wollen!

Es gibt die Leute, die denken, sie wüssten genau, was sie wollen.

Sie ackern und ackern Richtung Ziel.

Und statt zufriedener und erfolgreicher zu werden, landen sie im Burnout oder werden krank.

Das sind die Leute, die ausschließlich darüber nachdenken, was sie wollen.

Sie planen, was sie wollen – aber sie spüren es nicht.

Deswegen finden wir mit diesen Menschen im PBET immer erstmal heraus, was sie unterbewusst wollen.

Ich sage bewusst „wir“. Denn das geht nicht allein.

Warum?

Weil eine der stärksten Bestrebungen unseres Gehirns ist, alles, was wir wissen, sinnvoll wirken zu lassen [1].

Das ist wichtig, denn sonst drehen wir durch.

Doch dadurch ist es so schwer, sich grundsätzlich in Frage zu stellen.

Eine Gewohnheit, um das schonmal auf Basis-Niveau zu schaffen, ist Journaling – Tagebuch schreiben.

Entrepreneur Blake Mycoskie, der das nachhaltige Schuhlabel TOMS führt und gegründet hat, profitiert davon genauso wie Führungskräfte und Kreative, die wir betreuen [2].

Klare Empfehlung also! 😉

Reicht dir das Basis-Niveau der Selbstreflexion nicht und du willst schneller und entspannt voran kommen, dann empfehle ich dir natürlich unser physiologie-basiertes Entscheidungs-Training (PBET)!

Denn du kannst für eine Entwicklung Jahre brauchen – oder lass dich unterstützen und dir reichen Wochen oder Monate.

Hör nicht auf, zu träumen! – dein Hannes

Referenzen

[1] Dervin, Brenda (1998): Sense‐making theory and practice: an overview of user interests in knowledge seeking and use. In: J of Knowledge Management 2 (2), S. 36–46. DOI: 10.1108/13673279810249369

[2] https://www.cnbc.com/2017/06/20/toms-founder-shares-the-habit-that-helped-him-get-rich.html (zuletzt abgrufen am 10.12.21 um 17:50)