E-F-G Dumm gibts nur woanders!

„Boah ey, man!“

Sie schiebt den leeren Einkaufswagen gegen eine Kante.

Tut es noch mal.

Flucht noch mal.

Und – zu meiner Belustigung – schiebt sie den leeren Einkaufswagen ein drittes Mal gegen die Kante.

Ich beobachte die innerhalb weniger Sekunden aggressiver und aggressiver werdende Frau, … denn sie versperrt mir den Weg.

Ich muss schmunzeln und frage mich, warum sie den Einkaufswagen nicht anlupft.

Daaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaann, eeeeeeeeeeeeeeeendlich:

Mit einer aufwendigen Hebefigur des Gefährts überwindet sie die gigantische 2-Centimeter-Hürde.

Doch wer sich über andere amüsiert, muss sich auch über sich selbst amüsieren können!

Läufst du auch manchmal gegen die sprichwörtliche Kante?  

Ich jedenfalls schon.

Nicht immer fühlt es sich an wie eine Kante: Manchmal ist auch alles nur zäh, anstrengend, – wo ist die Leichtigkeit von früher?!

Lustig daran:

Ich habe die Kante oft über Monate oder sogar Jahre nicht gemerkt. Dumm.

Zugegeben:

Zu bemerken, dass es mit dem Einkaufswagen nicht voran geht, ist leichter, als wenn es im Leben nicht vorangeht… du an eine „Lebens-Kante“ stößt.

Das bei anderen zu bemerken ist noch mal einfacher als bei sich selbst.

Denn bei sich selbst neigt jeder dazu, Misserfolge oder ein Feststecken auf externe Faktoren (unfähige Kollegen oder Mitarbeiter, doofe Kunden, das Finanzamt, den Partner, …) zu schieben. Bei anderen sehen wir dagegen glasklar ihre Unzu­länglichkeiten und fehlenden Fähigkeiten. [1,2]

Ein Beispiel gefällig?

Dass die Frau mit dem Einkaufs­wagen gegen die Kante läuft: „Dumm.“

Dass die eigene Work-Life-Balance nicht stimmt, die Arbeit wenig erfüllend ist, der Stress einfach nicht weniger wird – ich mich schon wieder für Pizzas tatt Fisch und Salat entschieden habe:

„Schuldiger gesucht! Tod oder lebendig.“

Gerade wenn du schon so einige Erfolge im Leben verbuchen konntest, ist es schwer, sich einzugestehen, dass du dir eventuell viele weitere potenzielle Erfolge versperrst.

Diese Erfolge verpasst du, weil du immer wieder mit deinem „Einkaufswagen“ gegen die (meist unterbewusste) Kante fährst.

Doch wenn du dein eigenes Actor-Observer-Bias einmal beiseitelässt, …

dann bist du bereit, deine unterbewussten Kanten zu entdecken.

Mit der Unterbewusstseins-Analyse ziehst du so den Einkaufswagen deines Lebens aus dem Matsch und nimmst wieder Fahrt auf.

Genau in die Richtung, die du dir für dein Lesen wünschst.

Hör nicht auf zu träumen, – dein Hannes

[1] Pronin, E. (2008). How we see ourselves and how we see others. Science, 320, 11771180.

[2] Jones, E. E., & Nisbett, R. E. (1971). The actor and the observer: Divergent perceptions of the causes of behavior. New York: General Learning Press.